Projekt 2019: Alleinerziehende stärken mit dem „wir2-Bindungstraining“

Jedes 5. Kind wächst in Deutschland mit nur einem Elternteil auf. Auch in Schwerin ist der Anteil Alleinerziehender hoch. Sie und ihre Kinder stehen unter hoher Belastung:

Existenzsorgen, Wohnungssuche, Streit mit dem Ex-Partner...Erkrankungen sind häufig die Folge, bei den Kindern Verhaltensauffälligkeiten.

Das Programm „wir2 Bindungstraining“ ist ein maßgeschneidertes Training für alleinerziehende Eltern. Es soll die Eltern stärken, eigene Bedürfnisse und die der Kinder wahrzunehmen. In Workshops lernen die Eltern, Lösungen für Probleme zu finden und die Gefühle und Signale der Kinder zu verstehen. Außerdem haben sie durch die Kurse Kontakt zu anderen Eltern, denen es ähnlich geht.

Die Universität Düsseldorf hat gemeinsam mit der Walter Blüchert Stiftung dafür Instrumente und Fragebögen entwickelt. Die positiven Effekte sind wissenschaftlich belegt: 9 von 10 Familien profitieren nachweislich.

Weitere Informationen unter: www.wir2-bindungstraining.de

Die Schweriner Soroptimistinnen wollen einen Beitrag dazu leisten, dass das bewährte „wir2-bindunsgstraining“ auch in der Landeshauptstadt Mecklenburg-Vorpommerns angeboten wird: damit alleinerziehende Mütter und Väter wirksam unterstützt werden können.

 

„Meilensteine“ des SI Projektes:

Juni 2018:

Projektvorstellung in Schwerin

Der Schweriner Club von Soroptimist International lud Expertinnen aus Gütersloh ein, um interessierte Organisationen über das spezielle Training für Alleinerziehende zu informieren.

Die beiden Referentinnen von der Walter-Blüchert-Stiftung, Anita Offel-Grohmann und Katharina Stickling, berichteten über das „wir2 bindungstraining“. Es setzt genau dort an, wo die Probleme in den Familien liegen: bei den Belastungen der Alleinerziehenden und bei der Eltern-Kind-Bindung. In dem Training setzen sich die Mütter (oder auch Väter) mit ihrer Situation, der Kinder und der Gesamtfamilie auseinander. Dies geschieht in wöchentlichen Gruppensitzungen mit 8-10 Teilnehmern. Während der Treffen werden die Kinder kostenlos betreut. Schwerin ist die erste Stadt in Mecklenburg-Vorpommern mit diesem Angebot.

Die Teilnahme ist für die Eltern kostenlos.

 

Januar 2019:

Fachtagung in Köln: „Was (Ein-Eltern-)Familien brauchen – Psychosoziale Versorgung gestalten“

Etwa 250 Fachleute tauschten sich darüber aus, wie sich die Situation von Ein-Eltern-Familien verbessern lässt. Wichtigste Forderungen: Staatliche Kompetenzen und Leistungen besser zu bündeln, die Betroffenen von Steuern und Abgaben zu entlasten und nachweislich wirksame Präventionsprojekte in den Kommunen umzusetzen.

Fazit von Prof. Matthias Franz vom Universitätsklinikum Düsseldorf: „Nicht die Alleinerziehenden sind das Problem. Die unzureichende Unterstützung ist das Problem.“ Alleinerziehende Mütter erkrankten etwa dreimal häufiger an Depressionen als Mütter aus Paarfamilien. Auch ihre Kinder seien dadurch oft mitbetroffen, was sich in einer selterenen Teilnahme an U-Untersuchungen oder Verhaltensauffälligkeiten zeige. Weitere Anregungen der Workshop-Teilnehmer: eine zentrale kommunale Anlaufstelle, an der Alleinerziehende erfasst und unterstützt werden, zentrale Beratung und Hilfe bei Anträgen.

 

Februar 2019:

Das Kinderzentrum wird Franchisepartner

Angestoßen durch die Initiative von den Schweriner Soroptimistinnen hat Frau Kristina Timmermann, Geschäftsführerin der Kinderzentrum Mecklenburg GmbH in Schwerin den Franchisevertrag unterschrieben und ist nun in Kontakt mit der Barmer Krankenkasse wegen eines Förderantrages. 

 


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